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4. Februar 2026
Geschiebeentnahmeversuch Rüthi
Heute transportiert der Alpenrhein im Mittel jährlich rund 70’000 m3 Geschiebe Richtung Bodensee. Das Kies und der Sand bleiben am Beginn der Rheinvorstreckung bei Hard/Fussach liegen, werden dort entnommen und in der Bauindustrie verwendet.
Mit der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi wird das Gerinne des Flusses breiter und er fliesst langsamer. Darum wird der Alpenrhein künftig bereits vor der Rheinvorstreckung Kies und Sand ablagern. Ohne Massnahmen würde die Flusssohle langsam in die Höhe wachsen. Dies wäre ein Problem für den Hochwasserschutz. Die Flusssohle muss stabil gehalten werden, damit der Abflussquerschnitt gleichbleibend ist und genügend Wasser zwischen den Dämmen abfliessen kann.
Um die Hochwassersicherheit am Rhein langfristig zu gewährleisten, ist ein aktives Geschiebemanagement notwendig. Künftig sollen Kies und Sand nicht nur an der Vorstreckung, sondern auch bei Diepoldsau und Rüthi entnommen werden. Die Menge an Sand und Kies, die künftig entnommen wird, bleibt gleich wie heute, wird aber zwischen der Vorstreckung, Diepoldsau und Rüthi aufgeteilt.
Ab Februar 2026 läuft in Rüthi über fünf Jahre ein Pilotversuch zur Geschiebeentnahme auf Kiesbänken. Dabei wird jeweils im Winter während rund vier bis sechs Wochen Kies entnommen. Mit dem Versuch zwischen der Zollbrücke Lienz-Bangs und der Illmündung (Rheinkilometer 62 bis 65) werden Erkenntnisse zu Sohlenänderungen, Grundwasser und Umsetzung gewonnen. Beobachtet wird, wie sich die Flusssohle verändert und ob die Grundwasserqualität und den Grundwasserstand ändert. Zudem werden die Machbarkeit überprüft und bautechnische und baubetriebliche Optimierungen angestrebt.
Weitere, detailliertere Informationen zum Geschiebeentnahmeversuch finden sich im Bericht zu der Mitwirkung vom Sommer 2024 in untenstehendem Link.
Ersatzparkplätze vor dem Steinbruch Oberbüchel
Die beliebten Parkplätze bei der Einmündung des Werdenberger Binnenkanals sind heuer während der Dauer des Geschiebeentnahmeversuchs gesperrt. Der Platz wird für die Baustellenlogistik benötigt. Ersatzparkplätze stehen vor dem Steinbruch Oberbüchel, etwas weiter flussauf, Nähe Grenzübergang Lienz-Bangs, zur Verfügung.
Führung für Interessierte
Interessierte haben die Möglichkeit, sich am 19. Februar 2026 um 16 Uhr über den Geschiebeentnahmeversuch zu informieren. Projektleiter Bernhard Valenti erklärt die Gegebenheiten vor Ort und steht für Fragen zur Verfügung. Treffpunkt ist direkt bei der Flussbaustelle, Höhe Rhein-km 64, ca. 1km oberhalb der Illmündung. Die Anreise wird, je nach Witterung, zu Fuss oder mit dem Fahrrad empfohlen. Um eine Anmeldung an wird gebeten.